Transalp.info by Andreas Albrecht

Albrecht-Route XS

Michael und Andreas Pfeffer sind schon im Jahr 2014 auf der Albrecht-Route unterwegs gewesen. Damals war Andreas erst 10 Jahre alt. Wir lernten uns auf der Bodenalpe kennen. Die beiden waren parallel zu meiner Gruppe unterwegs. Eine tolle Leistung. Hier die beiden damals am Fimberpass.

fimberpass

Wie sich das alles entwickelt hat, kann Michael am bestens selbst beschreiben:


Ich kann mich noch genau an unsere „erste“ Albrecht Route erinnern: Ich fuhr mit meinem damals 10-jährigen Sohn Andreas rauf zum Eibsee und sofort waren wir im Abenteuerurlaubsmodus. Das Gefühl, dass sich einstellte: das ist genau unser Ding. Aber ganz von vorne: Wie kommt man dazu mit einem 10-jährigen die Alpen zu überqueren? Ganz einfach: Wenn man den Schwarzwald und die Schwäbische Alb überquert hat, Neckartal, Donautal und auch sonst schon beinahe alles in der Umgebung geradelt ist, dann fängt man an zu überlegen was es da sonst noch gibt. Ich hörte von der Via Claudia Augusta, der alten Römer Straße, die mittlerweile als Radweg jährlich tausende Radlerüber die Alpen führt. Kurzentschlossen habe ich eine 5 Tages Route von Augsburg an den Gardasee geplant. Nach 5 Tagen und über 600km am Gardasee angekommen erklärte mir mein Sohn, dass er sich unter Alpencross etwas Anderes vorgestellt hätte, da könnten wir das nächste Mal ja gleich wieder den Donau Radweg fahren.

Am nächsten Tag fuhren wir mit ein paar anderen Mountainbikern auf den Tremalzo Pass und schnupperten beide unsere erste hochalpine Luft. Das Strahlen in Andreas Gesicht sprach Bände. Ich, der ich als Mountainbiker ebenso unerfahren war wie mein 9-jähriger Sohn fing also an zu recherchieren wie wir einen „richtigen“ Alpencross fahren konnten. Im Zeitalter des Internet sollte so etwas ja kein Problem sein. Mein ursprünglicher Plan mit einem Guide über die Alpen zu fahren musste ich sehr schnell verwerfen: Wer nimmt schon die Verantwortung auf sich, einen 10-jährigen über die Alpen zu führen. Also suchte ich weiter und kam immer wieder auf diese Albrecht-Route.
Da hatte sich anscheinend jemand sehr viele Gedanken gemacht. Kurzerhand habe ich mir die GPS Tracks bestellt und auf meinen Garmin geladen. Wochenlang habe ich die Hauptrouten, Schlechtwetter Routen, mögliche Umkehrpunkte, Höhenprofile und Bilder auf Google angeschaut, um ein Gefühl für die Strecke zu bekommen. DieHoffnung wuchs, dass man auf so einer bekannten Route nie allein sein würde.

Am 23.August 2014 ging‘s los: morgens um 6 Uhr mit dem Rad zum 8 Kilometer entfernten Bahnhof und dann ab nach Garmisch. 6 Stunden später am Bahnhof in Garmisch, ein Passant macht noch schnell ein Bild von uns beiden, und dann wird geradelt. Eibsee, Hochtörle Hütte und dann bergab der erste Trail – puh, ganz schön knifflig. Knapp 8 Stunden später: Landeck, die erste Etappe ist geschafft – geht doch.

Am nächsten Morgen voller Vorfreude auf die richtigen Berge starten wir sehr früh. Immer wieder überholen wir eine Gruppe junger Männer und werden wieder zurück überholt. Kurz vor St. Anton erfahren wir, dass sie die Albrecht Route fahren, 4 junge Männer mit Guide. Später auf der Konstanzer Hütte sitzen wir am selben Tisch. Ich bin ganz überrascht als einer aus seinem kleinen Rucksack eine Spiegelreflexkamera holt. Er erklärt mir, dass er die Albrecht Route mit Gepäcktransport gebucht habe und außer einer Regenjacke ja nicht viel dabei hätte. So fuhren wir, die Gruppe vor uns immer in Sichtweite, weiter nach Ischgl. Nach einem letzten langen Anstieg kamen wir dann auf der Bodenalpe an und waren glücklich. Wir waren jetzt mittendrin: Alpencrosser! Noch am selben Abend lernten wir Andreas Albrecht kennen: Ein 10-jähriger auf seiner 10 Jahre Albrecht Route Jubiläums Tour. Das war auch für ihn etwas Besonderes. Ab da waren wir immer bestens versorgt mit Strecken-, Wetter- und Einkehr-Tipps und zwischendurch waren wir sogar ab und zu, obwohl nicht gebucht, mit Guide unterwegs. Ein paar Tage später saßen wir dann mit vielen anderen Alpencrossern und Andreas Albrecht im Ristorante Geier am Gardasee in Torbole und gehörten dazu: Transalp Finisher!!

Michael Andreas Pfeffer Costainas

Seither fahren wir jedes Jahr über die Alpen: Im 2. Jahr noch mal die klassische Albrecht Route aber diesmal mit Passo del Alpe anstatt Mortirolo wie im Vorjahr. Im 3. Jahr haben wir im Inntal anstatt dem Costainas Pass die Uina Schlucht eingebaut, natürlich nicht ohne vorher ein paar gute Ratschläge beim Profi einzuholen.

In diesem Jahr waren wir zeitlich ein wenig eingeschränkt, aber es war klar: wir wollen über die Alpen! Nach kurzer Rücksprache mit Andreas Albrecht kam dann eine Variante der Albrecht Route mit Teilen des Alpen Quickie heraus. Die Idee: Tag 3 und 4 kombinieren und von Ischgl direkt nach Bormio, indem wir vom Costainas Pass über die Alpe Buffalora und den Lago di Livigno, ohne Höhenmeter zu verlieren direkt zum Lago di Cancano fahren.

In 4 ½ Tagen die Albrecht Route zu fahren und trotzdem sehr viele Highlight genießen war super. Ohne die Rücksprache mit dem Profi hätte ich mich das aber nicht getraut. An dieser Stelle, im Namen aller die schon die Albrecht Route gefahren sind: Vielen Dank Andreas Albrecht, du hast den Alpencross auch für Normalos fahrbar gemacht und damit vermutlich nicht nur mich und meinen mittlerweile 14-jährigen Sohn glücklich gemacht. Klasse Leistung!!!


So ist dann diese Albrecht-Route XS entstanden - in 5 Etappen von Lermoos an den Gardasee.

Strecke:

Lermoos - Gardasee
Länge: ca. 403 km
Höhenmeter: ca. 10281 hm
Etappen: 5

map albrecht route XS perthes


1. Tag: 86,3 km, 1200 hm
Lermoos - Sankt Anton

01 map albrecht route XS


2. Tag: 54,9 km, 1935 hm
Sankt Anton am Arlberg - Heidelberger Hütte

02 map albrecht route XS


3. Tag: 100,5 km, 2589 hm
Heidelberger Hütte - Bormio

03 map albrecht route XS


4. Tag: 93,5 km, 2889 hm
Bormio - Madonna di Campiglio

04 map albrecht route XS


5. Tag: 97,7 km, 1670 hm
Madonna di Campiglio - Gardasee

05 map albrecht route XS